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Recycling als Chance und Herausforderung für die Modeindustrie

Deutschland als Recycling Weltmeister ?

Laut Umfragen gilt Deutschland als wahrer Recycling Weltmeister. Papier in die grüne Tonne, Plastik in den gelben Sack – wir schnüren den Müll zu und damit auch unser gutes Gewissen. 
Die Recycling Realität ist jedoch alles andere als erfreulich – viel mehr schockierend. Seit Jahren transportiert Deutschland Kunststoffabfälle über die Grenze ins Ausland, um sich dem Plastikmüll einfach zu entledigen. Ganz nach dem Motto: Aus den Augen - aus dem Sinn?

Im Jahr 2020 wurden schätzungsweise 986.000 Tonnen Kunststoffabfälle über deutsche Grenzen transportiert, teilte der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) mit. Immerhin seien das 10 Prozent weniger als im Vorjahr, jedoch entspricht die Menge knapp einem Sechstel aller innerdeutschen gesammelten Kunststoffabfälle.

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Was passiert mit der Plastikflut?

Deutscher Plastikmüll wird vor allem in folgende Staaten exportiert:

  1. Malaysia steht an erster Stelle, dort wurden im Jahr 2020 rund 151.000 Tonnen verschifft.
  2. Auf Platz zwei folgen die Niederlande mit knapp 142.000 Tonnen Kunststoffabfällen
  3. Auf dem dritten Platz wird in die Türkei exportiert: Im Jahr 2020 hat das Land die Kunststoffabfall-Importe innerhalb eines Jahres auf 132.000 Tonnen verdoppelt.
  4. Polen, Hongkong, Österreich und Indonesien spielen mit jeweils etwa 50.000 Tonnen ebenfalls eine große Rolle als Abnehmer.

 Der Export von Abfall ist jedoch sehr umstritten.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace kritisiert, dass große Teile des exportierten Mülls nicht nachverfolgt werden und völlig unklar ist, wo der Plastikabfall landet. Die Zahlen sprechen jedoch für sich – Seit den frühen 1950er Jahren wurden schätzungsweise mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert. Etwa 60 % dieses Kunststoffs landete entweder auf einer Mülldeponie oder in unseren Ozeanen.

(Zum Weiterlesen: Die sensible Schönheit von Korallenriffen

Inselstaaten besonders von der Plastikflut betroffen

Die sich entwickelnden Inselstaaten im Pazifik sind besonders stark von den Konsequenzen des Abfallproblems betroffen. Durch die Verknappung von Land durch den ansteigenden Meeresspiegel schwindet auch der Platz für die ohnehin umstrittenen Mülldeponien, wodurch enorm viel Plastikabfall in die umliegenden Gewässer transportiert wird. Die Müllverschmutzung ist in der Pazifikregion deshalb besonders tragisch. Bali/ Indonesien ist als weltweites Epizentrum für Plastikmüll bekannt – der Hauptgrund dafür ist jedoch, dass Industriestaaten wie Deutschland jährlich Tonnen an Plastikmüll in die südostpazifische Region entsorgen.

Mit LANASIA produzieren wir deshalb Teile unserer nachhaltigen Kollektionen in Bali/ Indonesien. Die lokale Bevölkerung hat kein funktionierendes Abfallsystem, weshalb sie dringend Unterstützung im Waste-Management benötigt. LANASIA setzt sich dafür ein, den Menschen vor Ort die Möglichkeiten des PET-Recyclings aufzuzeigen und spendet alle Stoffreste an die lokale Bevölkerung.

(Zum Weiterlesen: Faire Produktion)

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Was kann Recycling?

Einerseits gilt Plastikabfall als schlimmstes Umweltproblem des 21. Jahrhunderts. Der enorm robuste und widerstandsfähige Rohstoff birgt jedoch auch großartiges Potential für innovatives Recycling.

Experten plädieren deshalb dafür, dass Industrie und Handel insgesamt mehr Rezyklate einsetzen– darunter versteht man wiederaufbereitetes Plastik, das den Recycling Prozess ankurbeln soll. Das Cradle to Cradle (C2C)-Prinzip gehört sicherlich zu den innovativsten und vielversprechendsten Verfahren der Zeit. Es bedeutet, Müll als eine ewige Ressource zu sehen, die immer wieder zyklisch wiederverwendet werden kann (im Gegensatz zum derzeitigen linearen System, das besser als Cradle-to-Grave-System beschrieben werden kann). Eine der wichtigsten Herausforderungen in der Unternehmensentwicklungen im 21. Jahrhundert ist deshalb die Wiederverwendung von Ressourcen und Materialien. Durch den Prozess des Recyclings werden Materialien in neue Produkte umgewandelt, wodurch weniger neue natürliche Ressourcen verbraucht werden müssen. Im Gegenteil: Werden gebrauchte Materialien nicht recycelt, ist eine intensive Bergbau- und Forstwirtschaft notwendig, um der frisches Rohmaterial aus der Erde zu gewinnen. Recycling hilft also dabei, wichtige Ressourcen zu schonen und die natürlichen Lebensräume unseres Planeten zu schützen.

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Die Vorteile des Recyclings von Materialien auf einen Blick:

  • Unterstützt die Schonung von natürlichen Ressourcen
  • Die Verwendung von recycelten und industrietauglichen Materialien verbraucht im Herstellungsprozess deutlich weniger Energie im Vergleich zur Produktion neuer Produkte aus Rohstoffen.
  • Recycling trägt massiv zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei, was die Bekämpfung des Klimawandels unterstützt
  • Nicht zuletzt trägt das Recycling von z.B. Kunststoffabfällen auch zur Säuberung unserer Meere oder Deponien bei, was die Belastung unserer Ökosysteme nachhaltig reduziert.
  • Innovative Methoden wie das Cradle-to-Cradle Prinzip ermöglichen einen endlosen Kreislauf von Rohstoffen, die permanent im Stoffkreislauf bleiben und nicht als Abfallprodukt enden.

LANASIAs Beitrag zur Reduktion von Plastikmüll und Schonung der Ressourcen
Als junges Modelabel produzieren wir seit unserer Firmengründung alle Bademoden- und Fitnessmoden Kollektionen ausschließlich mit den recycelten Nylon Stoffen der Marktführer ECONYL® und REPREVE®.

Wie ihr in unserem Blogpost zum Thema „Die Stoffe der Zukunft“ lesen könnt, trägt die Verwendung recycelter Stoffe maßgeblich zu einer besseren Umwelt- und CO2 Bilanz bei und hilft zudem, unser Ökosystem vom schädlichen Plastikmüll zu befreien. Schließlich ist Plastik ein Material, das etliche Jahre benötigt, um sich vollständig zu zersetzen – eine Plastikflasche etwa löst sich erst nach 450 Jahren vollständig auf. Aus dieser extrem robusten und strapazierfähigen Eigenschaft des Materials lassen sich jedoch auch großartige Vorteile gewinnen. Die Möglichkeiten des Recyclings und somit auch der Designoptionen sind unbegrenzt, sobald man das Material reinigt und wieder in den Stoffkreislauf einfügt. Die Strapazierfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen, die Langlebigkeit und Wiederverwendbarkeit der Fasern sowie die positive Umweltbilanz sprechen eindeutig für die Verwendung von recycelten, synthetischen Fasern wie Polymer oder Nylon. Schließlich verschwindet der existierende Anteil des Plastiks nicht mehr von unserer Erde – er muss jedoch aus der Umwelt beseitigt werden und innovativ genutzt werden!

Informiere dich jetzt darüber, wie du deine recycelten LANASIA Produkte richtig pflegen kannst und das Ablösen von Mikroplastik reduzierst! (Blogpost: We love green washing, not greenwashing!) 

HAPPY GLOBAL RECYCLING DAY!

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